Der Darmstädter Stadtteil Bessungen hat eine besondere Verbindung zu Kaninchen. Denn der Spitzname der Bessunger „Lappings“ kommt vom französischen Wort für Kaninchen lapin. Der Begriff entstand wohl zur Zeit der französischen Besatzung Ende des 18. Jahrhunderts. Laut Darmstädter Stadtarchiv reichen seine Wurzeln aber bis ins 16. Jahrhundert, als Landgraf Georg I. in den Sanddünen Bessungens Wildkaninchen ansiedeln ließ. Er wollte damit den Fleischbedarf der rasch wachsenden Bevölkerung decken. Ein erster Versuch scheiterte um das Jahr 1571: Füchse rissen die Kaninchen. Ein zweiter Versuch wenige Jahre später verlief erfolgreich. Zu erfolgreich, denn die ausgewilderten Kaninchen vermehrten sich in Bessungen unkontrolliert und wurden zu einer Plage. Es wurde eine Prämie für jedes erlegte Kaninchen ausgesetzt. Heute sind die Tiere zwar keine Plage mehr. Ein echter Bessunger wird trotzdem bis heute „Lapping“ genannt. Und immer noch ziert bei der Bessunger Kerb ein Kaninchen den Kerwebaum. Bis vor rund 15 Jahren hing ein toter Hase am Kranz. Mittlerweile wurde dieser ersetzt durch einen Stoffhasen mit Möhre. Man sagt, dass die Nachfahren der damals ausgesetzten Kaninchen bis heute den Darmstädter Süden bevölkern. Besonders viele von ihnen sieht man etwa in der Heimstättensiedlung in der Nähe des Sportgeländes des SKV Rot-Weiß.

Einstein unterwegs

Der Darmstädter Stadtkater war Anfang 2022 eine Woche lang verschwunden. Die Roßdörferin Inge Horneff fand Einstein schließlich auf ihrer Terrasse – und hielt den Kater zuerst für ihren eigenen.

Von Mara Pitz

Foto: Tanja Scriba

Stadtkater Einstein kommt rum: Er stromert durch die Darmstädter Fußgängerzone, schlendert durch Geschäfte und an manchen Abenden springt er bei Kneipenbesuchern in der „Krone“ auf den Schoß. Einstein-Fans posten Fotos und Videos von ihm in einer eigenen Facebookgruppe. Um Silvester aber war Einstein für mehr als eine Woche nicht mehr nach Hause zurückgekehrt.

Von all dem wusste Inge Horneff nichts, als sie am 3. Januar eine Katze auf ihrer Terrasse bemerkte. Die 80-Jährige lebt im zehn Kilometer entfernten Roßdorf in einem betreuten Wohnen für Senioren. Nachbarn hatten Inge Horneff bereits am Tag zuvor von einer Katze erzählt. „Sie dachten, es wäre meine“, sagt Horneff im Gespräch mit TIERISCH GUT. Tatsächlich sieht ihr zwölf Jahre alter Maine-Coon-Mix Mailou dem norwegischen Waldkater ähnlich. Dass es nicht Mailou ist, erkannte Horneff aufgrund ihrer Sehbehinderung erst, als sie näherkam. „Ich sehe nur noch vier Prozent“, berichtet sie. Abends saß der Kater immer noch da. Horneff legte ihm eine Decke zum Schlafen auf die Terrasse.

Am nächsten Tag ging alles ganz schnell: Inge Horneffs Tochter Tanja Scriba machte ein Foto von Einstein und postete es in eine Facebookgruppe für vermisste Tiere, wo er prompt erkannt wurde. Anschließend sicherten die beiden Frauen den Kater: „Wir haben einfach die Terrassentür aufgemacht“, berichtet Tanja Scriba. Und Inge Horneff ergänzt: „Der ist schnurstracks rein, zum Napf, hat gefressen und dann ist er einfach auf die Couch gesprungen“, erzählt die 80-Jährige. „Da hat er sich geputzt und gewartet, bis er abgeholt wird.“ Eine Helferin aus der Facebookgruppe brachte „Steini“ wieder zurück zu seinen Besitzern.

Dass da eine Berühmtheit bei ihr auf dem Sofa saß, wusste Horneff nicht. „Er hat sich nicht bei mir vorgestellt“, scherzt sie. Dass er den ganzen Weg nach Roßdorf gelaufen ist, glaubt sie nicht. „Vielleicht hat ihn jemand mitgenommen oder er ist in einen Bus gestiegen.“ Der Kater hat auch bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Er ist schon ganz besonders liebenswert.“

 


Luna Alpakas: Der Hof kämpft um seine Existenz

Zwischen Darmstadt und Weiterstadt befindet sich der Hof der Luna Alpakas. Normalerweise werden hier spannende Alpaka-Touren für jeden Anlass angeboten, bei denen man die goldigen Tiere ausführen und allerlei erleben kann.

Leider ist der Betrieb aufgrund des anhaltenden Lockdowns aktuell geschlossen und kämpft um seine Existenz. Wer die Alpakas unterstützen möchte, kann sehr gerne auf unten genanntes Konto spenden oder eine Patenschaft für eines der flauschigen Tiere übernehmen.

Luna Alpaka Bankverbindung:
Volksbank Darmstadt
IBAN: DE87508900000031233801

info@luna-alpakas-darmstadt.de
www.luna-alpakas-darmstadt.de