Einstein auf Tour
Ein Kult-Kater erobert die Innenstadt – und die Herzen der Darmstädter
Da machten die beiden Polizisten aus dem Innenstadt-Revier am Mathildenplatz sicher große Augen, als sie am Abend vor Dreikönig zu einem Supermarkt in der Ludwigstraße gerufen wurden: Ein Einbrecher könne dort sein Unwesen treiben, wurde vermutet. Zumindest würden lautstarke Alarmsignale darauf hindeuten. Verstärkt durch einen Diensthund konnten die Polizisten den Eindringling schnell stellen. Der jedoch blieb im Angesicht der um vier Pfoten verstärkten Staatsgewalt gelassen – und kuschelweich, wie es seine Art ist: Es war Darmstadts Kult-Kater Einstein, der den Alarm vermutlich ausgelöst hat. Der Kater wurde umstellt und einer „kurzen Krauleinheit“ unterzogen, wie es aus der Polizeipressestelle hieß. Danach musste Einstein den Supermarkt verlassen.

Diese Episode zum Jahresanfang 2021 ist nur eine von vielen Geschichten aus dem bewegten Leben der norwegischen Waldkatze mit Hauptwohnsitz im Darmstädter Martinsviertel. Doch Einstein, der ursprünglich Aaron hieß, ist überall in der Darmstädter Innenstadt zuhause. Und dafür lieben ihn die Darmstädter.
Das zeigt seine von Einstein-Fans eingerichtete Facebook-Gruppe „Einstein der Stadtkater“.
Rund 6700 Steinis gehören inzwischen der der Gruppe an – Tendenz steigend. Und das ist gut so. Denn die rührige Facebook-Gruppe um Jochen Meyer sorgt sich um Einstein. Das hat dem menschenfreundlichen Tier schon sehr geholfen: Als der umtriebige Kuschel-Kater im Sommer von vermutlich Unwissenden kurzerhand eingepackt und via Straßenbahn verschleppt wurde, machte die Entführung des Struwweltigers schnell die Runde. Schließlich konnte Einstein an einer Straßenbahnhaltestelle jenseits seines Reviers angetroffen werden – sichtlich verunsichert nach dem unfreiwilligen Revierwechsel.
Rettungsaktion im vergangenen Sommer
Es kommt häufiger vor, dass Stadtkater Einstein für ein paar Tage nicht nach Hause kommt. Sicherlich für den umtriebigen Kater nichts Besonderes. Dennoch sind die „Steinis“ – wie sich die Fans in der Facebook-Gruppe „Einstein der Stadtkater“ selbst nennen – immer aufmerksam, um zu verhindern, dass der Kater verschleppt wird.
Unser Leser Dirk Eisinger hat im vergangenen Sommer eine aufregende Rettungsaktion erlebt. Einstein scheint in der Innenstadt in eine Straßenbahn Richtung Kranichstein eingestiegen zu sein – oder er wurde mitgenommen. An der Haltestelle Frankfurter Straße/Ecke Rhönring konnte er aus der Bahn entwischen und fand sich auf für ihn unbekanntem Terrain wieder. Er schaffte es über die vielbefahrene Frankfurter Straße zur Tankstelle, wo er kläglich maunzend auf sich aufmerksam machte. Sein gewohntes Revier in der Innenstadt ist schon außergewöhnlich groß, doch bis zum Rhönring ist es selbst für den Streuner zu weit.
Zufällig kam Dirk Eisinger des Weges, der den Kater aus Facebook kannte und wusste, dass er hier nicht hingehört. Er kontaktierte die „Dosis“ – wie die Besitzer des Waldkaters scherzhaft für „Dosenöffner“ genannt werden – sie kamen mit einer Transportbox und konnten ihren kleinen Ausreißer wieder in Obhut nehmen. Über den glimpflichen Ausgang des Ausflugs haben sich Retter und Besitzer tierisch gefreut.
Die Facebook-Gruppe „Einstein der Stadtkater“ gibt es aber schon länger. Zeil ist es, den norwegischen Waldkater vielen Menschen bekannt zu machen. So soll verbreitet werden, dass die prominente Fellnase keinesfalls heimatlos ist, sondern ein liebevolles Zuhause im Martinsviertel hat, dass er nicht hochgenommen werden und auf gar keinen Fall gefüttert werden soll, denn der Kater braucht Spezialfutter.
Bange Momente und große Sorge auch kurz vor Weihnachten Ende vergangenen Jahres, als Einstein gleich für mehrere Tage vom Zuhause im Martinsviertel fernblieb. Selbst besonders ausgebildete Hunde machten sich auf die Suche nach Einstein. Nach gut einer Woche schließlich die erlösende Nachricht: „Gerade um 4 Uhr nachts rappelt es an der Katzenklappe und Einstein kommt hereinspaziert, wohlbehalten und gut genährt“, hieß es bei Facebook von den Besitzern. Das Poltern der Felsen, die den Einstein-Fans da von den Herzen fielen, war bis über Weihnachten stadtweit zu vernehmen – so groß war die Anteilnahme am Schicksal des Katers und schließlich die Freude am Happy End rechtzeitig zu den Weihnachtsfeiertagen.




Einsteins Revier ist die Darmstädter Innenstadt: Ob beim Traditionsbäcker Bormuth, in der Hotellobby am Karolinenplatz, im Kundencenter von Heag Mobilo, in Apotheken, Banken, Drogeriemärkten – Einstein findet seinen Platz in der City – und ist in diesen traurigen Tagen sicher auch verwundert über die Leere in der ansonsten doch recht lebendigen Fußgängerzone und über so manche Ladentür, die verschlossen bleibt, obwohl er doch stets ein gerngesehener Gast ist: Der Kater sucht sich sein Plätzchen, ruht sich aus, schläft viel, wie es Katzen so an sich haben. Doch wenn er unterwegs ist, nutzen seine Fans die Streifzüge des norwegischen Waldkaters für Fotoaufnahmen, nehmen das Felltier in die Arme – manchmal wird er auch immer noch gefüttert. Das aber darf nicht sein, denn Einstein braucht besonderes Futter: Gut gemeint ist in dem Fall also nicht gut gemacht.
Zudem weiß der Kater anscheinend, was gut ist: So wurde er in einem Drogeriemarkt schon beim Ausräumen am Katzenfutter-Regal ertappt – oder eben beim vermeintlichen „Einbruch“ im Supermarkt.


Meinung
Ein Geschenk
Der wohl bekannteste Kater der Stadt, Einstein, hat rechtzeitig zu den vergangenen Weihnachtsfeiertagen in schwieriger Zeit die Herzen der Menschen in Darmstadt und der Region bewegt. Tagelang war die norwegische Waldkatze verschwunden, versetzte die Steinis aus der nach Einstein benannten Facebook-Gruppe in große Sorge. Zwei Tage vor Heiligabend schließlich war der Kater wieder zuhause bei seinem Personal im Martinsviertel. Gefühlt ganz Darmstadt hielt Ausschau nach dem schönen Tier mit dem äußerst weichen Fell und das Internet erzählte die Geschichte einer ganz besonderen Suche. Den Administratoren der Facebook-Gruppe, aber auch den Besitzern von Einstein gilt es, einmal Dank zu sagen: Danke für dieses wunderbare, das in schweren Zeiten besonders triste Darmstädter Stadtbild prägende liebevolle Geschenk auf vier Pfoten. Und Danke für die Aufmerksamkeit, die durch die Facebook-Gruppe diesem besonderen Kater geschenkt werden kann. Das hat ihn schon oft vor Ungemach bewahrt. Deswegen ist jeder der rund 6700 Steinis wichtig, weil jeder helfen kann, den Kater zu schützen. Vor jenen, die ihn füttern, weil sie es gut mit ihm meinen. Und vor jenen, die meinen, ihn einfach mitnehmen zu können, wo er doch ein gutes Zuhause hat. Daher haben wir zum Start unseres TIERISCH GUT-Magazin eine Bitte und einen großen Wunsch: Passt weiter gut auf ihn auf!
Sandra Russo
Abstimmung: Vogel des Jahres 2021
In diesem Jahr kann sich jeder bei der Wahl zum "Vogel des Jahres" beteiligen.
Der NABU stellt auf seiner Homepage die zehn Kandidaten zur Wahl. Bis zum 19. März können die gefiederten Anwärter öffentlich gewählt werden. Wer Entscheidungsprobleme hat, kann den Bird-O-Mat befragen, der Eigenarten und das Wahlprogramm der Vögel parat hat.
Haustierboom im Lockdown
Der Tierschutzbund meldet:
Der Wunsch vieler Menschen nach einem tierischen Gefährten, der in Zeiten des Lockdowns Nähe bringt und für Abwechslung sorgt, hält an. Die Auswirkungen spüren und fürchten der Deutsche Tierschutzbund und die ihm angeschlossenen Tierschutzvereine und Tierheime. Auch wenn ein gestiegenes Interesse an Tierheimtieren erfreulich ist, warnen die Tierschützer vor der leichtfertigen Anschaffung eines Tieres – vor allem über das Internet und den Zoofachhandel.
„Tiere bringen Freude, sie schenken Wärme und Zuneigung. Dinge, nach denen sich viele gerade sehnen. Dennoch darf dies nicht dazu verleiten, sich leichtfertig ein Tier anzuschaffen! Ein Tier braucht volle Aufmerksamkeit – auch nach Lockdown, Homeoffice und Homeschooling, wenn Bars und Cafés wieder öffnen und man wieder verreisen möchte. Sie sind nicht nur ein Zeitvertreib in Pandemiezeiten, sie sind eine Verantwortung fürs Leben“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Im Rahmen seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ klärt der Verband darüber auf, welche Voraussetzungen für die Tierhaltung erfüllt sein müssen und wie man das passende Haustier findet: www.tierheime-helfen.de/bereit-fuer-ein-haustier.
Online-Angebote gehen mit Tierleid einher
Weil Tierheime vor einer Adoption genau prüfen, ob Tier und Mensch auf lange Sicht zusammenpassen und weil seriöse Züchter die Nachfrage nach Rassewelpen kaum stillen können, ist die Gefahr derzeit besonders groß, dass viele Interessenten den vermeintlichen einfachen und schnellen Weg über das Internet wählen. Doch wer ein Tier online kauft, unterstützt dabei oft – auch ohne es zu wissen – den illegalen Welpenhandel. Dieser erlebt durch die Corona-Krise einen Aufschwung. Fast täglich erreichen den Deutschen Tierschutzbund Anrufe von Menschen, die Hunde online gekauft haben und erst im Nachhinein feststellen, dass ihnen weder Kaufvertrag noch Papiere vorliegen oder der Welpe krank ist. Die Tierheime kämpfen ganz akut mit den dramatischen Folgen, etwa, wenn zu junge kranke Welpen beschlagnahmt, abgegeben oder ausgesetzt werden.
Nachfrage im Zoofachhandel gibt Grund zur Sorge
Ebenfalls besorgniserregend ist die immense Nachfrage nach Tieren im Zoofachhandel. Besonders in der Kritik der Tierschützer steht dabei Zoo Zajac, wo Wellensittiche oder Hamster aktuell offenbar als „Massenware“ über die Ladentheke gehen und selbst exotische Wildtiere an jedermann verschachert werden. Auch der Verkauf von Hunde- und Katzenwelpen scheint aktuell ein riesen Geschäft. Dabei ist deren Verkauf besonders kritisch zu sehen, da im stationären Handel die Bedürfnisse an Haltung und Sozialkontakte nicht erfüllt werden können. „Auch, wenn tierische „Corona-Spontankäufe“ bisher nur vereinzelt abgegeben werden: Die Sorge, dass die unüberlegte Anschaffung von Tieren über kurz oder lang zur verstärkten Abgabewellen in den Tierheimen führen wird, ist enorm“, so Schröder.
Besondere Fotos mit Hund
Besondere Fotos mit Hund bietet NAVA Media bundesweit und regelmäßig auch im Raum Darmstadt / Dieburg an.
Neben Terminen, die Hunde in freier Natur optimal in Szene setzen, stehen immer wieder regionale Specials im Kalender.
Treffpunkte hierfür sind grandiose Locations für ebenso grandiose Hunde. Die Sondertermine werden von der Hundeschule der Rote Hund begleitet.
Im Vorfeld bereitet die Trainerin außerdem Hund und Halter optimal auf die Arbeit am Set vor und sorgt vor Ort für eine stressfreie Atmosphäre.
Das Team freuen sich auf außergewöhnliche Hunde für ungewöhnlich tolle Fotos!
Kontakt:
www.nava-media.de / www.derrotehund.de





